hiermit möchte ich euch den blog von philipp ans herz legen. er berichtet über seine erfahrungen, die er in burundi bei der arbeit für Fondation Stamm bzw. burundikids e.V. sammelt. hier der blog
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wie alles begann…
dieser blog ist kein versuch irgendwen zu belehren. ich möchte ganz einfach meinen eigenen weg dokumentieren. und dabei vielleicht jemanden zum denken anregen, oder zum handeln sogar.
die idee zum blog bekam ich letzte woche…
wahnsinn. schlage ich einmal die emma auf und bin schon wieder voller wut und tatendrang. ich bin ja so schon so voll mit so vielem wovon ich weiß, wofür man kämpfen müsste. und dann kommt immer wieder so viel neues dazu. es geht um die rolle der frau (und anderer…) in pakinstan. das kann man sich überhauptgarnicht vorstellen. wenn, dann denkt man an früher,früher gab es sowas. folter, todesstrafe wegen den lächerlichsten vergehen. aber wenn man bedenkt dass es jetzt gerade abläuft. dass jetzt gerade jungen von polizisten aus der schule abgeholt und von ihnen vergewaltigt werden, dass jetzt gerade frauen im gefängnis sitzen, nur weil sie nicht den mann geheiratet haben den ihr großvater für sie bestimmt hat, dass jetzt gerade frauen umgebracht werden, damit die ehre der familie erhalten bleibt und dass der staat das erlaubt. ich will was tun wenn ich sowas höre, und nicht nur dass ich etwas tun will, aber ich sehe garkeine andere möglichkeit. in momenten wie diesen kann ich nicht verstehen wie man untätig bleiben kann, und wie es tatsächlich fast nur menschen gibt hier in meiner stadt in meinem land die wahnsinnig viel arbeiten, den großteil ihrer zeit mit arbeit verbringen, die ihnen nicht hilft und niemandem sonst, obwohl so viele es so nötig hätten. und wieviel von dieser alltäglichen arbeit ist nötig?
aber vor allem möchte ich mehr erfahren wenn ich so etwas lese, denn mir fällt auf, dass ich selbst nichts weiß, so wenig von dingen wie diesen, also was kann ich schon sagen? jedenfalls endet es fast -wie so oft- damit, dass ich das thema mit einem „was kann ich da schon machen?“ abhake und mein leben friedlich weiter lebe. immer endet es mit dieser frage, ich ersticke an meiner ratlosigkeit und fürchte mich davor , dass ich irgendwann anfange wegen ihr diesen wichtigen themen aus dem weg zu gehen. und deshalb ist damit jetzt schluss. jede frage lässt sich irgendwie beantworten. ab jetzt werde ich den sachen nachgehen, werde ich auf jede frage eine antwort finden, oder zumindest hartnäckigst suchen, werde ich mich nie wieder mit einem „keine ahnung“ zufrieden geben. schließlich sind diese sachen die allereinzigen bei denen ich mit vollem herzen dabei bin. wenn ich eigentlich lauter andere dinge zu tun hätte, oder wenn ich mal nichts zu tun habe und ruhe suche, immer sind es diese dinge mit denen ich mich beschäftige. halbe nächte kann ich mit den vielen neuen antiglobalisierungs-/umweltschutz-/ethisch korrektem leben und so weiter und so fort-büchern verbringen, die der markt zu bieten hat, mit allem, was mir zeigt warum die dinge so falsch laufen…. und deshalb werde ich ab jetzt immerimmerimmer nachfragen, weiterlesen, überall stören und helfen, wo ich nur kann. und wieso das alles nicht mit der außenwelt teilen?
[und wenn du jetzt denkst kind bist du naiv kann ich nur antworten mag sein]
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bei dem emma-artikel handelt es sich um „pakistan – die hölle auf erden“ in der ausgabe 1/08
das buch das mir zur zeit die halben nächte raubt ist die einkaufsrevolution von tanja busse
laut sein und gehört werden
das ist er also. mein blog. mein projekt. auf diesem weg möchte ich zum denken anregen. fragen aufwerfen, antworten liefern gelegentlich. thema bin nicht ich, sondern die welt in der ich lebe. vor allem was mich stört an ihr. ich möchte meine wut zum ausdruck bringen. und irgendwen mit meinem tatendrang anstecken vielleicht.